MaKe Finance Aktienscreener : Strukturierte Aktienauswahl mit Fokus auf Value-Chancen
Der MaKe Finance Aktienscreener unterstützt Anleger dabei, weltweit Aktien in strukturell unterbewerteten Branchen und Sektoren zu identifizieren. Besonders für Value-Investoren bietet er eine systematische Grundlage, um attraktive Chancen zu finden und kurzfristige Hypes oder überbewertete Marktbereiche bewusster zu meiden.
1. Grundlogik des Aktienscreeners
Der Screener bewertet derzeit über 7.500 weltweite Aktien anhand mehrerer Themenfelder: Markt- und Regionsrisiken, Dividenden, Geschäftsentwicklung, Prognosen, Bilanzqualität sowie faire Werte. Aus diesen Einzelbewertungen werden verschiedene Scores gebildet, die den Vergleich zwischen Aktien erleichtern und dem Anwender eine schnelle Orientierung geben.
2. Die drei zentralen Scores + dein Individualer Score
1. MaKe Finance Score: Dieser Score berücksichtigt sowohl Qualitätsmerkmale als auch Bewertungskennzahlen. Insgesamt sind maximal 100 Punkte möglich.
2. Qualitätsscore: Dieser Score blendet Bewertungskennzahlen wie den fairen Wert vollständig aus. Im Fokus steht ausschließlich die Qualität eines Unternehmens.
3. MaKe Finance + Qualitätscore: Dieser Score bildet die Summe aus MaKe Finance Score und Qualitätsscore. Dadurch werden Ausreißer geglättet und ein ausgewogener Gesamteindruck der Aktie ermöglicht.
4. Individualer Score: Dieser Score gibt dir die Möglichkeit die einzelnen Bewertungskennzahlen selbst zu gewichten und somit für dich interessante Aktien zu finden.
Neben dem reinen Zahlenwert wird auch die Platzierung im Gesamtranking angezeigt. Diese kann helfen, Aktien besser miteinander zu vergleichen. Dabei ist jedoch wichtig: Schon kleine Score-Unterschiede können zu deutlichen Rangverschiebungen führen. Daher sollte niemals nur eine einzelne Zahl betrachtet werden. Entscheidend ist immer der Gesamteindruck einer Aktie, eines Sektors, Landes oder einer Branche.
3. Bewertungsfelder im Detail
3.1 Markt- und Regionsrisiko
Was wird bewertet? In diesem Bewertungsfeld werden insbesondere die Marktkapitalisierung, das politische Risiko des jeweiligen Marktes sowie steuerliche Rahmenbedingungen wie die Quellensteuer berücksichtigt.
Warum ist das wichtig? Eine höhere Marktkapitalisierung kann auf bessere Handelbarkeit, größere Marktpräsenz und stärkere Analystenabdeckung hinweisen. Das politische und steuerliche Umfeld beeinflusst zudem, wie verlässlich Gewinne, Dividenden und Kapitalrückflüsse für Anleger tatsächlich sind.
Wie ist die Interpretation? Aktien aus stabilen, transparent regulierten Märkten erhalten tendenziell eine bessere Bewertung. Unternehmen aus Schwellenländern oder Regionen mit erhöhten politischen bzw. steuerlichen Risiken können trotz attraktiver Kennzahlen niedriger bewertet werden, weil das Umfeld zusätzliche Unsicherheit mit sich bringt.
3.2 Dividenden
Was wird bewertet? Beim Thema Dividenden werden Ausschüttungshäufigkeit, Dividendenrendite, Ausschüttungsquote gemessen am Free Cashflow, Dividendenhistorie, Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre sowie Dividendenstabilität berücksichtigt.
Warum ist das wichtig? Dividenden zeigen, ob ein Unternehmen regelmäßig Kapital an seine Aktionäre zurückführen kann. Besonders relevant ist dabei, ob die Ausschüttungen aus dem operativen Geschäft und dem Free Cashflow finanziert werden können. Eine hohe Dividendenrendite allein reicht nicht aus, wenn sie nicht nachhaltig erwirtschaftet wird.
Wie ist die Interpretation? Positiv bewertet werden Unternehmen mit verlässlichen, wachsenden und gut gedeckten Dividenden. Kritisch zu sehen sind sehr hohe Ausschüttungsquoten oder Dividenden, die dauerhaft über dem Free Cashflow liegen, da dies auf eine Finanzierung aus der Substanz hindeuten kann.
3.3 Geschäftsentwicklung
Was wird bewertet? Die Geschäftsentwicklung betrachtet Gewinn-, Umsatz- und Cashflow-Stabilität sowie deren Wachstum über die vergangenen fünf Jahre.
Warum ist das wichtig? Eine stabile und wachsende Geschäftsentwicklung zeigt, ob ein Unternehmen auch über mehrere Jahre hinweg wirtschaftlich erfolgreich arbeitet. Der Cashflow ist dabei besonders wichtig, weil aus ihm Investitionen, Schuldentilgung und Dividenden finanziert werden.
Wie ist die Interpretation? Besonders attraktiv sind Unternehmen, die Umsatz, Gewinn und Cashflow gleichzeitig steigern und dabei möglichst geringe Schwankungen zeigen. Schwache oder stark volatile Entwicklungen können dagegen auf zyklische Risiken, operative Probleme oder eine geringe Planbarkeit des Geschäftsmodells hinweisen.
3.4 Prognosen
Was wird bewertet? Bei den Prognosen werden erwartete Entwicklungen von Gewinn, Umsatz und Cashflow betrachtet. Während die Geschäftsentwicklung auf Vergangenheitsdaten basiert, richtet dieses Bewertungsfeld den Blick nach vorne.
Warum ist das wichtig? Aktienkurse spiegeln nicht nur die Vergangenheit wider, sondern auch Erwartungen an die Zukunft. Positive Prognosen können darauf hindeuten, dass ein Unternehmen weiterhin wächst oder sich nach einer schwächeren Phase verbessert.
Wie ist die Interpretation? Positiv ist, wenn die erwarteten Werte über den historischen Vergleichswerten liegen und Wachstum oder operative Verbesserung signalisieren. Da Prognosen jedoch immer mit Unsicherheit verbunden sind, ist dieses Themenfeld bewusst niedriger gewichtet als die tatsächlich erzielte Geschäftsentwicklung der Vergangenheit, denn hier haben die Unternehmen bereits bewiesen, dass sie es können und es ist nicht nur heiße Luft von Analysten mit extremen Prognosewerte wie wir das bei Hype Themen oftmals dann sehen.
3.5 Bilanz
Was wird bewertet? Bei der Bilanz stehen vor allem die verzinste Schuldenquote und die rechnerische Tilgungsdauer im Fokus.
Warum ist das wichtig? Eine solide Bilanz erhöht die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Unternehmen mit niedriger Verschuldung sind in Krisenphasen oft widerstandsfähiger und haben mehr Spielraum für Investitionen, Dividenden oder Übernahmen.
Wie ist die Interpretation? Je niedriger die Verschuldung und je kürzer die theoretische Rückzahlungsdauer, desto robuster wirkt die finanzielle Ausgangslage. Hohe Schulden können dagegen die Flexibilität einschränken und bei steigenden Zinsen oder rückläufigen Gewinnen zu einem Risiko werden.
3.6 Faire Werte
Was wird bewertet? Bei den fairen Werten wird geprüft, ob eine Aktie anhand verschiedener Bewertungsmerkmale unter- oder überbewertet erscheint. Berücksichtigt werden insbesondere bereinigter Gewinn, Umsatz, Cashflow und Dividende.
Warum ist das wichtig? Gerade für Value-orientierte Anleger ist entscheidend, ob der aktuelle Aktienkurs in einem angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Substanz und Ertragskraft eines Unternehmens steht. Eine günstige Bewertung kann eine Chance darstellen, wenn sie durch Qualität und stabile Geschäftsdaten unterstützt wird.
Wie ist die Interpretation? Eine deutliche Unterbewertung führt zu mehr Punkten, während eine Überbewertung entsprechend schwächer bewertet wird. Wichtig ist jedoch, günstige Bewertungen nicht isoliert zu betrachten: Eine Aktie kann billig erscheinen, weil der Markt belastende Risiken bereits einpreist. Deshalb sollten faire Werte immer zusammen mit Qualität, Bilanz, Prognosen und Branchenumfeld beurteilt werden.
4. Branchen- und Sektorhistorien richtig lesen
Was wird betrachtet? Die Branchenanalyse basiert auf den 11 GICS-Branchen. Zur besseren Einordnung für dich habe ich dir jeweils ein paar Unternehmen aus dieser Branche in Klammern ergänzt.
- Basiskonsumgüter (Coca-Cola, Nestlé, Procter & Gamble)
- Energie (Exxon Mobil, Shell, TotalEnergies)
- Finanzwerte (JPMorgan Chase, Visa, Allianz)
- Gesundheitswesen (Eli Lilly, Johnson & Johnson, Roche)
- Grundstoffe (Linde, Rio Tinto, Newmont Goldcorp)
- Immobilien (Prologis, Realty Income, Vonovia)
- Industriewerte (Caterpillar, Siemens, Airbus)
- Informationstechnologie (Nvidia, Apple, SAP)
- Kommunikationsdienste (Alphabet, Netflix, Deutsche Telekom)
- Versorger (NextEra Energy, Iberdrola, E.on)
-zyklische Konsumgüter (Amazon, McDonald´s, Mercedes-Benz)
Für jede Branche wird historisch betrachtet, wie hoch der Anteil unterbewerteter Aktien innerhalb dieser Branche ist.
Warum ist das wichtig? Günstige Einzelaktien gibt es in nahezu jeder Marktphase. Entscheidend ist jedoch, ob auch die übergeordnete Branche insgesamt attraktiv bewertet ist. Eine Aktie aus einer stark überbewerteten Branche kann trotz einzelner guter Kennzahlen weniger attraktiv sein, während eine solide Aktie aus einer grundsätzlich unterbewerteten Branche ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bieten kann.
Wie ist die Interpretation? Besonders interessant sind Branchen, in denen ein hoher Anteil der enthaltenen Aktien unterbewertet erscheint. Als grobe Orientierung können Werte ab etwa 60 % interessant sein; besonders auffällig wird es, wenn mehr als 70 % der Aktien einer Branche unterbewertet wirken. Sinkt der Anteil dagegen deutlich, kann dies darauf hindeuten, dass die Branche bereits stark gelaufen oder inzwischen höher bewertet ist. Hier im Beispielchart ist zum Beispiel die burgunderrote Kommunikationsdienste Branche am 25.02.2026 sehr günstig bewertet, hingegen die hellblaue Linie der Grundstoffe (Rohstoffe) sind sehr teuer.
Wie werden Sektoren eingeordnet? Bei den Sektoren gilt dasselbe Prinzip, allerdings auf einer feineren Ebene. Auch innerhalb einer günstig bewerteten Branche können einzelne Sektoren bereits teuer sein. Umgekehrt können sich in insgesamt teuren Branchen einzelne attraktive Sektoren finden. Deshalb sollte die Analyse idealerweise von groß nach klein erfolgen: zuerst Branche, dann Sektor, anschließend Einzelaktie. Hier im Beispiel sehen wir die Kommunikationsbranche. Medienunternehmen waren hier am 25.02.2026 besonders günstig, während drahtlose Telekommunikationsunternehmen tendenziell eher teuer waren. Ich hoffe du verstehst das Vorgehen nun leicht.
Beispielhafte Anwendung: Wenn in der Energiebranche nur noch rund 35 % der Aktien unterbewertet sind, spricht dies eher für eine vergleichsweise hohe Bewertung der Branche. Liegt der Anteil unterbewerteter Aktien bei Basiskonsumgütern hingegen über 70 %, kann dies auf eine grundsätzliche Unterbewertung hindeuten. In solchen Bereichen lohnt sich anschließend eine vertiefte Analyse der jeweiligen Sektoren und Einzelunternehmen.
5. Schritt-für-Schritt-Vorgehen bei der Aktienauswahl
Das folgende Vorgehen beschreibt eine mögliche Arbeitslogik für die Value-orientierte Aktienauswahl mit dem MaKe Finance Aktienscreener. Die Prozessgrafik zeigt zunächst den groben Analysepfad. Die anschließende Schrittfolge konkretisiert, wie daraus eine strukturierte Vorauswahl, Detailanalyse und Entscheidung abgeleitet werden kann.
1. Branchenhistorie prüfen: Zuerst wird analysiert, wie hoch der Anteil unterbewerteter Aktien innerhalb der jeweiligen Branche historisch ist.
2. Attraktive Branchen auswählen: Besonders interessant sind Branchen mit einem hohen Anteil unterbewerteter Aktien, idealerweise ab etwa 60 % und besonders auffällig ab über 70 %.
3. Sektoren innerhalb der Branche vergleichen: Anschließend wird geprüft, welche Sektoren innerhalb der ausgewählten Branche ebenfalls attraktiv bewertet sind.
4. Screener gezielt filtern: Der Aktienscreener wird auf die passenden Branchen und Sektoren eingegrenzt, damit nur relevante Aktien in die engere Auswahl kommen.
5. Aktien nach Score und Einzelkriterien vorselektieren: Der MaKe Finance Score, der Qualitätsscore und der MaKe Finance + Qualitätscore dienen als erste Orientierung. Du kannst deinen individuellen Score erstellen um Stärken und Schwächen sichtbar zu machen.
6. Schwachstellen bewusst prüfen: Eine hohe Gesamtpunktzahl reicht nicht aus. Kritisch geprüft werden sollten insbesondere hohe Verschuldung, schwacher Cashflow, unsichere Prognosen, zu hohe Ausschüttungsquoten oder besondere Länder- und Branchenrisiken.
7. Detailanalyse durchführen: Vielversprechende Unternehmen sollten anschließend genauer analysiert werden. Dazu gehören Geschäftsmodell, Wettbewerbsvorteile, Bewertung, Bilanz, Dividendenqualität, Wachstumsperspektiven und mögliche Risiken.
8. Entscheidung ableiten: Am Ende steht keine automatische Kaufentscheidung, sondern eine Einordnung: Die Aktie wird verworfen, auf die Watchlist gesetzt oder bei überzeugender Analyse als Depotkandidat weiterverfolgt.
6. Wichtiger Hinweis zur Interpretation
6.1 Scores als Orientierung, nicht als Kaufentscheidung
Die Scores des MaKe Finance Aktienscreeners dienen als strukturierte Orientierung und helfen dabei, aus einer großen Anzahl weltweiter Aktien schneller interessante Kandidaten zu identifizieren. Sie ersetzen jedoch keine individuelle Unternehmensanalyse. Ein hoher Score bedeutet nicht automatisch, dass eine Aktie gekauft werden sollte. Der Screener stellt weder eine Handlungsempfehlung noch Kaufempfehlungen dar! Er zeigt zunächst nur, dass mehrere bewertete Kriterien im Vergleich zu anderen Aktien nach den definierten Bewertungskriterien positiv ausfallen.
6.2 Rankings richtig interpretieren
Rankings können hilfreich sein, um Aktien schneller miteinander zu vergleichen. Sie sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden! Bereits geringe Score-Unterschiede können zu deutlichen Rangverschiebungen führen, obwohl die tatsächliche Qualität oder Attraktivität der Aktien sehr ähnlich sein kann. Sinnvoller ist es daher, Score-Bereiche zu betrachten und Aktien innerhalb eines ähnlichen Bewertungsniveaus genauer dann detailliert miteinander zu vergleichen.
6.3 Qualitäts- und Bewertungsfallen vermeiden
Eine günstige Bewertung allein macht eine Aktie nicht automatisch attraktiv. Manche Aktien wirken billig, weil der Markt bereits strukturelle Probleme, schwache Wachstumsaussichten, hohe Schulden oder besondere Risiken eingepreist hat. Umgekehrt ist ein qualitativ starkes Unternehmen nicht automatisch ein guter Kauf, wenn der Aktienkurs bereits sehr hohe Erwartungen enthält. Deshalb sollten Bewertung und Qualität immer gemeinsam betrachtet werden.
Besonders wichtig ist außerdem das Marktumfeld. Branche, Sektor, Land, politische Risiken, Bilanzqualität, Cashflow-Stabilität und Dividendenfähigkeit können die Attraktivität einer Aktie deutlich beeinflussen. Der Screener kann diese Faktoren sichtbar machen, die endgültige Einordnung muss jedoch immer im Gesamtkontext erfolgen.
6.4 Leitfragen vor einer Entscheidung
- Ist die Aktie nur günstig bewertet oder überzeugt auch die Qualität des Unternehmens?
- Passt die Aktie zu einer aktuell attraktiven Branche und einem attraktiven Sektor?
- Ist die Bilanz und das Geschäftsmodell solide genug, um schwächere Marktphasen zu überstehen?
- Werden Dividenden und Investitionen nachhaltig aus dem freien Cashflow finanziert?
- Sind die Prognosen realistisch oder beruhen sie überwiegend auf sehr optimistischen Erwartungen?
- Gibt es länder-, branchen- oder unternehmensspezifische Risiken, die den Score verzerren könnten?
- Ist die Aktie ein klarer Depotkandidat oder zunächst eher ein Fall für die Watchlist?

